6. Juli 2026 · 7 Min. Lesezeit
Lokomat-Therapie erklärt: Wie robotergestütztes Gangtraining die Genesung beschleunigt
Wieder gehen zu können gehört zu den wichtigsten Zielen in der neurologischen Rehabilitation. Der Lokomat ist eines der weltweit am besten untersuchten Systeme für robotergestütztes Gangtraining und ein zentraler Baustein unserer Therapie in Zürich.
Was ist der Lokomat?
Der Lokomat ist ein robotergestützter Gangtrainer, der in der Schweiz entwickelt wurde und aus der Forschung an der ETH Zürich und der Universitätsklinik Balgrist hervorgegangen ist. Er kombiniert ein Laufband mit einem Gewichtsentlastungssystem und robotischen Beinorthesen, die die Beine des Patienten in einem physiologisch korrekten Gangmuster führen.
Das System misst kontinuierlich, wie viel Kraft der Patient selbst aufbringt, und passt die Unterstützung in Echtzeit an: So viel Hilfe wie nötig, so wenig wie möglich. Ein Bildschirm mit spielerischen Übungen gibt unmittelbares Feedback und hält die Motivation hoch, was besonders bei Kindern einen grossen Unterschied macht.
Warum Wiederholung entscheidend ist
Nach einer Schädigung des Gehirns oder Rückenmarks lernt das Nervensystem durch Wiederholung: Je öfter ein korrektes Bewegungsmuster durchlaufen wird, desto stärker festigen sich die neuronalen Verbindungen. Fachleute sprechen von Neuroplastizität.
Genau hier liegt die Stärke der Robotik: In einer einzigen Lokomat-Sitzung sind über tausend geführte Schritte möglich, ein Vielfaches dessen, was in konventioneller Einzeltherapie erreichbar ist. Studien und internationale Leitlinien stützen den Einsatz robotergestützten Gangtrainings insbesondere nach Hirnschlag und bei Rückenmarkverletzungen als Ergänzung zur konventionellen Therapie.
Für wen eignet sich das Training?
Robotergestütztes Gangtraining kommt bei vielen neurologischen Krankheitsbildern zum Einsatz: nach einem Hirnschlag, bei Rückenmarkverletzungen, Multipler Sklerose, Parkinson sowie bei erworbenen Hirnverletzungen.
Für Kinder bietet Nextherapy den pädiatrischen Lokomat Pro an. Speziell entwickelte Kinderorthesen passen sich kleineren Beinen an, die dynamische Gewichtsentlastung wird fein auf das Kind abgestimmt, und ein kindgerechtes, spielerisches Feedback auf dem Bildschirm verwandelt das Training in ein motivierendes Spiel. Die Unterstützung lässt sich präzise an die Fähigkeiten des Kindes anpassen, und jede Sitzung wird aufgezeichnet, sodass Fortschritte für Eltern und Therapeuten sichtbar werden. Eingesetzt wird das Training in der Regel ab einem Alter von etwa zweieinhalb Jahren, etwa bei Zerebralparese. Ob es im Einzelfall geeignet ist, klären unsere Therapeutinnen und Therapeuten in einer sorgfältigen Erstbeurteilung.
Wie läuft eine Sitzung ab?
Zu Beginn passt Ihre Therapeutin die Orthesen und die Gewichtsentlastung individuell an. Danach beginnt das Training auf dem Laufband, begleitet und gesteuert durch die Therapeutin, die Parameter wie Geschwindigkeit, Unterstützung und Entlastung laufend anpasst. Die Trainingsdaten werden bei jeder Sitzung aufgezeichnet, sodass Fortschritte messbar sind und die Therapie datenbasiert gesteuert werden kann.
Der Lokomat ist dabei nie die ganze Therapie: Er ist eingebettet in ein individuelles Programm aus Physiotherapie, Ergotherapie und weiteren Technologien, abgestimmt auf Ihre persönlichen Ziele.
Was kostet das?
Bei Nextherapy wird das Lokomat-Training wie unsere gesamte robotergestützte Therapie zu den regulären Robotik-Tarifen über die Kranken-, Invaliden-, Unfall- oder Militärversicherung abgerechnet, ohne Zusatzkosten für Sie als Patientin oder Patient. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Kostenübernahme.
Der nächste Schritt
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