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Ich will meine Hand zurück: Wie viele Wiederholungen die Arm- und Handtherapie wirklich braucht

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Hände an den Griffen eines Armtrainers, im Hintergrund der Bildschirm mit dem Wiederholungszähler

Fragt man Menschen ein Jahr nach einem Schlaganfall, was ihnen am meisten fehlt, ist die Antwort sehr oft die Hand. Das Bein kommt häufig so weit zurück, dass Gehen wieder möglich ist. Der Arm wird kräftig genug, um zu helfen. Die Hand ist da und bleibt unbrauchbar, und jede fallengelassene Gabel erinnert daran.

Wenn Sie an diesem Punkt stehen, lautet Ihre Frage vermutlich, ob mehr Therapie noch etwas ändern würde oder ob Sie Ihren Teil bereits erhalten haben. Darauf gibt es eine brauchbare Antwort, und sie enthält eine Zahl.

Warum die Hand meist zuletzt zurückkommt

Gehen ist nachsichtig. Ein Bein, das zu siebzig Prozent funktioniert, bringt Sie durch den Raum, vielleicht mit Stock, vielleicht langsam. Die Bewegung ist gross, repetitiv und weitgehend symmetrisch, und das Nervensystem verfügt dafür über viele Reserven.

Eine Hand, die zu siebzig Prozent funktioniert, tut fast nichts von dem, was Sie von ihr möchten. Ein Hemd zuzuknöpfen verlangt, dass Daumen und zwei Finger sich unabhängig voneinander bewegen, in der richtigen Reihenfolge, mit der richtigen Kraft und ohne dass die übrigen Finger mitgehen. Diese getrennte Fingerkontrolle beruht auf Bahnen, die schwerer wieder aufzubauen sind als jene für das Gehen.

Die Hand ist also nicht langsam, weil Sie versagen würden. Sie ist langsam, weil der Massstab für eine brauchbare Hand weit höher liegt als der für ein brauchbares Bein.

Die Zahl, die im Spital niemand nennt

Die Forschung zur Reorganisation des motorischen Systems deutet darauf hin, dass es mehrere hundert gezielte Bewegungen pro Therapieeinheit braucht, bevor relevante Veränderungen angestossen werden. Nicht einige Dutzend. Mehrere hundert.

Vergleichen Sie das mit dem, was eine Therapieeinheit oft enthält. Wo Forschende in der Armtherapie mitgezählt haben, fielen die Summen niedrig und höchst uneinheitlich aus. Ältere Untersuchungen zählten rund dreissig Bewegungen des betroffenen Arms pro Einheit. Neuere Erhebungen fanden mehr, teils im niedrigen dreistelligen Bereich, jedoch mit enormen Unterschieden von Therapeutin zu Therapeut.

Zwei Personen können beide eine Stunde Armtherapie erhalten haben und sich um das Zwanzigfache darin unterscheiden, was ihr Nervensystem tatsächlich bekommen hat. Das ist der Unterschied, der vieles entscheidet, und er wird kaum je erwähnt, weil der Therapieplan die Stunde festhält und nicht die Anzahl.

Was das ehrlicherweise über Roboter aussagt

Robotergestützte Arm- und Handgeräte werden oft als besser als eine Therapeutin oder ein Therapeut angepriesen. Das gibt die Studienlage so nicht her. Vergleicht man robotergestützte Therapie mit konventioneller Therapie bei gleich hoher Intensität, fallen die Ergebnisse meist vergleichbar aus.

Dieses Resultat wird gern so berichtet, als würden Roboter nicht wirken. Andersherum gelesen ist es der nützlichste Befund des Fachgebiets: Die Dosis leistet die Arbeit. Das Gerät ist keine Magie, es ist schlicht der einzige praktikable Weg, mehrere hundert oder tausend Wiederholungen pro Einheit zu erreichen, Woche für Woche, ohne dass eine Fachperson Ihren Arm dreihundertmal von Hand führen muss.

In gemessenen robotergestützten Einheiten wurden rund tausend Bewegungen erreicht. Genau dafür ist die Technologie da, und deshalb schreiben wir über den Zusammenhang von Intensität und Therapieergebnis statt über Markennamen. Unsere Übersicht zu den Geräten für die Arm- und Handtherapie erklärt, wofür die einzelnen Systeme gedacht sind.

Zählen statt Zeit messen zwischen den Terminen

Die meisten Heimprogramme sind in Minuten geschrieben. Schreiben Sie Ihres stattdessen in Wiederholungen, denn Minuten lassen sich mit sehr wenig füllen.

Wählen Sie eine Bewegung, die genau an der Grenze des Möglichen liegt, und führen Sie sie in Sätzen mit einer festen Zahl aus. Zehn, Pause, nochmals zehn. Eine Wochensumme steigen zu sehen ist ausserdem besser für die Moral, als von Tag zu Tag nach Fortschritt zu suchen, den man so gar nicht erkennen kann.

Ist eine Bewegung allein nicht möglich, zählt auch ein mit der anderen Hand unterstützter Versuch. Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut sagt Ihnen, welche Bewegungen sich zu zählen lohnen und welche nur Gewohnheiten aufbauen, die später wieder abtrainiert werden müssen.

Wenn die Hand sich verkrampft, statt sich zu öffnen

Eine Hand, die sich bei Konzentration, Müdigkeit oder Stress verkrampft, ist nach einem Schlaganfall sehr häufig. Das ist entmutigend, und es führt dazu, dass viele den Arm weniger einsetzen, was die Lage eher verschlechtert als verbessert.

Meist bedeutet es, dass die Aufgabe für den aktuellen Stand zu schwer ist, und nicht, dass Sie aufhören sollten. Eine leichtere Variante derselben Bewegung, dafür häufiger ausgeführt, bringt in der Regel mehr als eine schwere Variante, die einige Male schlecht gelingt.

Ist die Spastik so ausgeprägt, dass sie medizinisch behandelt werden muss, gehört diese Entscheidung zu Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt, die Ihnen die Möglichkeiten erläutern.

Wo Sie damit stehen

Niemand kann Ihnen im Voraus sagen, wie viel Ihrer Hand zurückkommt. Wer Ihnen diese Zahl nennt, rät. Feststellen lässt sich, wo Sie heute stehen, sauber gemessen, und ob die Menge an Übung, die Sie derzeit erhalten, überhaupt in der Nähe dessen liegt, was die Evidenz nahelegt.

Genau dafür ist die kostenlose Vorabklärung bei Nextherapy da. Sie findet in Zürich oder St. Gallen statt, und Sie gehen mit Ihren Ausgangswerten und einer realistischen Vorstellung davon nach Hause, wie ein Trainingsplan aussehen würde. Die Therapie ist unter den üblichen Voraussetzungen durch die Schweizer Krankenversicherung gedeckt, und für die Technologie verlangen wir keinen Aufpreis.

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In einer kostenlosen Vorabklärung besprechen wir Ihre Krankengeschichte, Ihre Ziele und die Möglichkeiten der Kostenübernahme.

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